Elementarismus und Philosophie (Karneval der Rollenspielblogs)

[Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2013 bei Sphärengeflüster. Es ist kein Beitrag zum aktuellen Karneval.]

Logo_RSPKarneval_250pxIm Karneval der Rollenspielblogs (vom Februar 2013) ausgerichtet von Spiele im Kopf) geht es um das spannende Thema Elementarismus. Jeder Rollenspieler hat dazu Assoziationen – Feuerbälle, Eisstrahlen, Erdelementare, Windzauberer, die Zuordnung von bestimmten Materialien oder Charaktereigenschaften zu den Elementen, vielleicht auch Konstrukte wie “Reinheitsgrade”, Transmutationen oder Mischformen. Häufig wird Elementarismus im Rollenspiel “nur” als eine (bzw. W3+3) bestimmte Spielart von Magie verstanden, die in erster Linie aus jeweils einer eigenen Schadensform, einer eigenen beschwörbaren Entität und gewissen Unvereinbarkeiten untereinander besteht. Dass der Elementarismus aber keine Erfindung von Autoren von Zauberregelwerken oder Periodensystemschreibern ist, sondern eigentlich aus der vorsokratischen Naturphilosophie kommt, wissen vielleicht noch einige, aber was eigentlich hinter diesen Ideen stand, die in vielen Rollenspielen verwurstet werden, ist vermutlich den meisten Rollenspielern unbekannt.

Da hier auch der eine oder andere “professionelle” Philosoph mitwirkt, wollen wir in diesem Karneval kurz umreißen, wie das mit diesem “Elementarismus” eigentlich in der irdischen Historie entstand. Der folgende Beitrag behandelt die Ursprünge der abendländischen Philosophie und die große Frage danach, was eigentlich die Welt im Innersten zusammenhält. Bei diesem kurzen Ausflug in die frühe europäische Geistesgeschichte wird es abstrakt, metaphysisch, und hoffentlich auch etwas inspirierend für den einen oder anderen, der schon einmal versucht hat, das Weltbild seines Elementarmagiers oder seiner Rollenspielwelt, die auf einem Elementarismus fußt, zu verstehen.

 

Worum ging es eigentlich am Anfang?

Am Anfang der Philosophie stand die Frage nach – dem Anfang. Hesiod lieferte (im 7. Jahrhundert vor Christus) als erster mit der Theogonie eine Beschreibung des Kosmos, in der er die Herkunft und Verhältnisse der Götter und der Natur in Form eines Lehrgedichts zusammenfasste. Im Gegensatz zu späteren Philosophen berief er sich auf eine Offenbarung durch die Musen, und die Naturkräfte, die er beschreibt, sind stark antropomorphisierte Gestalten – wie Nyx (die Nacht), Pontos (das Meer), oder Uranos (der Himmel) – und damit mit menschlichen Begriffen und Verwandschaftsverhältnissen beschreibbar. Aus der Theogonie stammen auch die bekannten klassischen Göttermythen wie die Entmannung von Uranos durch Kronos oder die Bestrafung des Prometheus. Mutet die Beschreibung insgesamt auch stark religiös an, gilt die Theogonie doch als der erste systematische Versuch, die Ordnung der Welt (den Kosmos) zu beschreiben und zu erklären.

Die “Vorsokratiker”, wie man diese frühen Naturphilosophen nennt und die den Beginn der Philosophie des Abendlandes markieren, stammen nicht aus dem griechischen Kernland, wo das Denken später mit Platon und Aristoteles zu seiner Blüte kommt. Die meisten kommen aus Kleinasien oder Graecia Minor, also den italienischen Kolonien. Wir sprechen hier von der Zeit zwischen etwa ganz grob 650 bis 450 vor unserer Zeitrechnung. Der größte Teil der Originalwerke dieser Autoren ist verschollen und nur sekundär aus der Rezeption späterer Denker überliefert – was die Interpretation dieser Fragmente bisweilen schwierig macht. Der großen Leistung dieser Denker tut das keinen Abbruch – sie waren die ersten, die anhand von Betrachtung und Nachdenken über die Natur das Wesen der Welt ergründen wollten und damit den Übergang “vom Mythos zum Logos” darstellen.

 

Der Beginn der Naturphilosophie

Der große Umbruch im Denken findet mit Thales statt; aus Milet in der heutigen Türkei stammend, beantwortet er die Frage nach dem Ursprung aller Dinge und dem Prinzip alles Seienden mit dem Wasser. Diese Tatsache ist deswegen so bemerkenswert (und stellt Thales eigentlich an den Beginn der Philosophie überhaupt), weil er die metaphysische Frage nach dem Sein und Ursprung nicht mit einer Gottheit oder einer mythischen Vorstellung, sondern mit einem apersonalen Naturprinzip erklärte – und dies auch noch durch rationale Schlussfolgerung: alles Leben entsteht aus dem Feuchten, und jede Materie kann sich wieder zu Wasser verflüssigen. Die eigentliche Frage war hierbei nicht nach der Bedeutung von Wasser als Herkunft des Lebens, sondern die Suche nach einem Stoff, der allen Dingen gemeinsam ist. Thales kann somit auch – ganz ohne göttliche Beteiligung – erklären, wie es etwa zu Erdbeben kommt, denn die Erde schwimmt auf dem Wasser, und das sei nun mal hin und wieder unruhig.

Eine ähnliche Richtung schlug Thales’ milesischer Kollege Anaximenes ein, er bestimmte jedoch die Luft als Grundlage allen Seins – in Luft, Hauch, Atem liegt die Seele des Menschen und des Kosmos überhaupt. Alle anderen Dinge bestehen aus Verdichtung oder Verdünnung von Luft – weiter aufgelockert wird sie zu Feuer, verdichtet zuerst zu Wolken, dann zu Wasser und schließlich zu Erde. Im Kern aber besteht alles aus verschiedenen “Ausformungsgraden” der Luft.

Anaximander, ebenfalls aus Milet und nur wenig jünger als Thales, stellt die Frage nach dem Ursprung von allem auf eine neue Stufe. Seine Überlegungen greifen auf Thales zurück, doch stellt er die Frage, warum eigentlich gerade das Wasser erstes Element sein soll und wie dieses – als Ursprung alles Seienden – selbst entstanden sein kann. So kommt er dazu, ein grundsätzlicheres Prinzip anzunehmen – das Apeiron. Diogenes Laertios überliefert: “Anaximander sagte, Ursprung und Element sei das Apeiron, das er weder als Luft noch als Wasser noch als irgend etwas anderes bestimmte”.  Dieses “apeiron” wird als “das Unbegrenzte” übersetzt und stellt damit eine ganz neue Abstraktionsstufe dar: findet man Luft und Wasser ja noch in “grobstofflicher” Form überall vor, ist das Apeiron die erste “abstrakte” Substanz, ein körperloses Prinzip, das einzige und alleinige Grundlage aller Materie ist. Anaximander zufolge entsteht alles aus dem Apeiron, aus dem sich Gegensätze wie warm-kalt oder feucht-trocken bilden, das Apeiron selbst bleibt aber stets es selbst und unveränderlich. Aristoteles führt die Wichtigkeit dieser Überlegung in seiner Physik aus: “Der unbegrenzte Körper kann unmöglich genau einer oder ganz einfach sein […]. Manche identifizieren das Unbegrenzte nämlich damit, nicht aber mit Luft und Wasser, weil sonst die übrigen [Elemente] durch deren Unbegrenztheit vernichtet würden, denn diese verhalten sich einander entgegengesetzt […]. Wenn eines von diesen unbegrenzt wäre, hätte es die übrigen wohl schon längst vernichtet.” Das ganze Sein, aus dem Apeiron bestehend, ist unveränderlich, und im Wandel sind nur seine Teile, die sich aus dem Apeiron bilden. Anaximander erklärt Meteorologie, Astronomie und andere physikalische Gebiete mit ähnlichen “elementaren” Kategorien wie seine Vorgänger, also durch Feuer, Wasser, Luft und Erde. Doch das Prinzip, das allen diesen Vorgängen zugrundeliegt, verschiebt er erstmals auf eine völlig abstrakte Ebene und stellt den Wandel des Apeiron in die stofflichen Dinge gleichzeitig zu seiner eigenen  Unveränderbarkeit heraus.

 

“Harte” Metaphysik

Mit Anaximander war eine neue Stufe im Denken erreicht: jenseits der natürlichen Materie bildet das Apeiron eine “Über-Substanz”, aus der alles kommt und in die alles zurückgeht. Seine Ausformungen sind Elemente wie Luft und Erde, Feuer und Wasser, und die Phänomene der Natur lassen sich zunehmend besser rational erklären. Die späteren Philosophen denken deswegen in eine noch abstraktere Richtung weiter: wie genau ist diese Umformung der Dinge ineinander möglich, was bleibt bestehen, gibt es überhaupt eine stabile Grundlage von allem, wenn alles in steter Veränderung ist? Heraklit, etwa 542 v. Chr. in Ephesos geboren, wird der Ausspruch πάντα ῥεῖ – “alles fließt” zugeschrieben, ebenso das berühmte “Krieg ist der Vater aller Dinge”. Im ewigen Wandel und Widerstreit sieht Heraklit das wahre kosmische Gesetz, der Austausch und die Veränderung aller Dinge sind das einzige, was Bestand hat. Im Kosmos herrscht ein ewiges Werden und Vergehen, eine “Gleichheit der Gegensätze”, und auch wenn Heraklit das Feuer als eine Art “Proto-Element” anführt, das am Anfang aller Wandlungsprozesse steht, so ist sein zentrales Thema doch neu: Nicht eine Substanz (wie Wasser oder Apeiron), steht im Zentrum des Geschehens, sondern der Prozess der Veränderung selbst.

Natürlich blieb dieser neuen Sichtweise nicht unwidersprochen. Parmenides aus Elea, etwas jünger als Heraklit, stellt fest, dass man zwischen dem Wahrhaften, von der Vernunft erkennbaren, und dem Wahrnehmbaren, über das es bloß Meinungen (aufgrund der unzuverlässigen Sinne) gibt, unterscheiden muss. Dies führt zu einer schwierigen vernunftgemäßen Erkenntnis: Das Sein selbst muss unveränderbar sein, da es neben sich ja nur das Nicht-Sein hat. Da das Nicht-Sein aber natürlich nicht existiert, und das Sein durch seine Veränderung damit in sein Gegenteil verkehrt würde, ist das Sein (wir erinnern uns, um diese Frage ging es eigentlich) unwandelbar. Alle Veränderung ist nur Schein, da man sie nur über Wahrnehmung erfährt – die Vernunft legt aber nahe, dass in Wirklichkeit alles Sein ist, und damit alles gleich und dasselbe bleibt. Parmenides geht damit den für die künftige Philosophie wichtigen Schritt, eine Vernunftüberlegung für wahrer zu halten, als dass, was die Sinne (die Empirie) nahe legen.

 

Atomismus und Elementarismus

Heraklit und Parmenides haben eine Front eröffnet, die auf den ersten Blick undurchdringlich scheint – alles verändert sich stetig bei Heraklit, bei Parmenides indessen legt die Vernunft nahe, dass sich gar nichts verändern kann. Auf den ersten Blick mögen beide Positionen heute etwas absurd erscheinen, aber versucht mal, euch in die Rolle von zwei Menschen zu denken, hinter denen nicht 2700 Jahre Rezeption, Kritik und Entwicklung stehen. Jeder ist zu seiner Erkenntnis auf vernünftige Weise gekommen, und jede stellt eine Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängern dar. Und dann haben beide auch noch irgendwie einen plausiblen Kern, und die Sache mit den Elementen und der Umwandlung klang auch nicht schlecht…

Leukipp und Demokrit, zwei Schüler des Parmenides, versuchten Wandel und Beständigkeit in einem äußerst einflussreichen Gedankengebilde zusammenzubringen. Atomoi, kleinste Einheiten sind das Grundmaterial aller Dinge – selbst unteilbar (a-tomos) und unveränderbar, setzen sich aus ihnen alle Gegenstände, die selbst Veränderungen unterworfen sind, zusammen. Als “Elemente”, also Prinzipien, aus denen der Kosmos besteht, proklamieren sie “das Leere” und “das Volle” – ähnlich dem Sein und dem Nicht-Sein, dessen Existenz Parmenides ja leugnete. Bewegung kann entstehen, wenn sich Seiendes (Volles) an einen Ort des Nicht-Seienden (also der Leere) begibt, und das Seiende bestehe nicht aus Einem, sondern aus unendlich vielen, unendlich kleinen Atomen – “je nach dem, auf welche Weise sie einander berühren, bewirken sie selbst etwas oder werde an ihnen etwas bewirkt […] und zusammengesetzt oder auch miteinander verflochten erzeugten sie etwas” überliefert Aristoteles diese Gedanken. Diese “Atomismus” genannte Idee kennt wahrscheinlich jeder noch aus dem Chemie-Unterricht.

Begründer der Lehre, die man heute gemeinhin die Vier-Elemente-Lehre nennt, war Empedokles aus Akragas (heute Sizilien). Das Problem von Parmenides, dass Seiendes eigentlich unveränderlich sein muss, überall in der Welt jedoch Werden und Vergehen wahrnehmbar ist, löst er durch einen geschickten Kompromiss: Alles besteht aus den bekannten vier Elementen, Feuer, Luft, Wasser und Erde, die er mit griechischen Göttern identifiziert – Zeus (Feuer), Hera (Luft), Persephone (Wasser) und Hades (Erde). Daraus ergeben sich auch die “weichen” Assoziationen von Charaktereigenschaften der Elemente. Das Mischungsverhältnis dieser kleinsten, unteilbaren Bausteine bestimmt, welche Materie aus ihrer Vermischung entsteht – der leichte Bimsstein (hauptsächlich Erde) etwa hat einen besonders hohen Luftanteil. Veränderungsprozesse finden durch die Urkräfte von Liebe (Mischung) und Hass (Trennung) statt.

 

Die Vier Elemente – oder doch Fünf?

Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch die daoistische Lehre der Fünf Elemente, die wahrscheinlich noch vor dem ersten Jahrtausend vor Christus in China entwickelt wurde – hier gibt es Feuer, Holz, Metall, Luft und Wasser. In den Prinzipien (Gesetzmäßigkeiten, Verhältnisse, Umwandlungen etc.) ist diese Idee ähnlich dem europäischen Elementarismus, nur dass sie von Haus aus mit fünf statt vier Grundstoffen arbeitet und deswegen einige Nuancen (des Erdelements) besser erklären kann. Auch diese Idee war und bleibt sehr einflussreich, besonders in der traditionellen chinesischen Medizin.

Aber was ist mit der sprichwörtlichen Quinta Essentia, dem Fünften Element? Aristoteles brachte diese Idee ins Spiel und nannte es “Äther”. Diese Quintessenz liefert eine Antwort auf die Frage, die schon Anaximander umtrieb: was liegt den Elementen zugrunde? Der Äther soll der Grundstoff sein, aus dem sich die anderen Elemente formen, und er allein ist in der Lage, den Dingen Leben einzuhauchen. Der Begriff des Äthers ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Mode gekommen, war vorher aber eine durchaus einflussreiche Theorie – der Äther sollte das Medium darstellen, durch welches das Licht reist. In der indischen Philosphie wird der Äther als Fünftes Element mit dem Akasha identifiziert – wie überhaupt der indische Elementarismus erstaunliche Parallelen zum griechischen aufweist. Im Buddhismus gibt es die “Leere” als Fünftes Element – wer schon einmal Musashis “Buch der Fünf Ringe” gelesen hat, hat darin vielleicht auch elementaristische Ideen wiedergefunden.

 

Der Lange Arm des Empedokles

Platon und Aristoteles erweitern den Elementarismus um die zugehörigen geometrischen Formen bzw. die sekundären Eigenschaften der Elemente (Trockenheit – Feuchtigkeit bzw. Wärme – Kälte), aus denen sich die Gegensätze erklären lassen: Feuer ist heiß und trocken, Wasser kalt und feucht – Luft heiß und feucht, Erde kalt und trocken. Die Idee der Vier Elemente als Bausteine der Materie wird im Lauf der Jahrhunderte sehr einflussreich und um viele Konzepte erweitert – etwa die Vier Säfte und die Vier Temperamente des Galen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus.

Die Alchimie, welche mit den Arabern wieder nach Europa kommt, basiert ebenfalls auf den vier Elementen, vermutlich aus der ägyptischen Überlieferung des Ptolemäus – hier gilt es zu bedenken, dass die Alchimie im Kern nicht die Kunst ist, aus Blei Gold oder Heiltränke herzustellen, sondern sich um die Veredelung der Elemente insgesamt und des Menschen im Speziellen dreht – besonders in der Magie der Renaissance von Paracelsus und Agrippa findet der Aufbau eines komplexen metaphysischen Weltbildes auf Grundlage des Elementarismus statt – Mikro- und Makrokosmos, Elementarismus und Astrologie beeinflussen den Menschen, der den Mesokosmos bildet. Eine parallele Geisterwelt der Elementare (aus Salamandern, Sylphen, Undinen und Gnomen für Feuer, Luft, Wasser und Erde) entsteht und wird mit den Planeten in Zusammenhang gebracht – und der Mensch kann lernen, diese kosmischen Ebenen zu begreifen und zu manipulieren. Sogar vor den vier Evangelisten macht der Elementarismus nicht halt.

Dieses Weltbild findet sich in mehr oder weniger verwässerter Form auch in der klassischen und zeitgenössischen Esoterik (oft noch erweitert um kabbalistische bzw. pythagoräische Ideen), in zahlreichen Lehren von Logen und Geheimbünden, aber auch in der Kunst aller Epochen, der Popkultur und eben auch in Fantasyrollenspielen. Empedokles hat einen ganz großen Wurf gelandet, vielleicht eine der langlebigsten Ideen der europäischen Geistesgeschichte, deren Niedergang erst nach 2000 Jahren mit der Entwicklung des Periodensystems der Elemente begann. Alchimie und Chemie begannen sich zu trennen, allerdings hat die moderne Chemie die Alchimie nicht aus der Gedankenwelt verdrängen können – denn im Kern geht es bei der Alchimie und den Elementen eben nicht um Zaubertränke, sondern um Metaphysik und die Gesetze und Verhältnisse des Kosmos.

 

Elementarismus im Rollenspiel

Dieser kurze Überblick über irdischen Elementarismus hat dem einen oder anderen Rollenspieler vielleicht eine Idee davon geben können, dass hinter dem Begriff mehr steckt als die Frage, ob Feuer- oder Eisstrahl effektiver gegen Golems sind, oder ob man lieber lernen sollte, Erd- oder Luft-Elementare zu beschwören. Im Kern geht es nicht um die Frage nach verschiedenen Schadensarten, Resistenzen oder assoziierten Charaktereigenschaften, die zur eigene Figur passen sollten – der Elementarismus ist eine Antwort auf die Frage danach, was die Welt im Innersten zusammenhält. Der Entwurf eines konsistenten elementaristischen Weltbildes ist beileibe keine triviale Aufgabe, die sich daher gut als Lebensaufgabe eines Magier-SCs eignen kann – aber auch Rollenspiel-Autoren sollten sich die Frage stellen, warum und welche Art von Elementarismus sie in ihrer Welt haben wollen. Der klassische Elementarismus mit vier Elementen hat bestimmte Erklärungslücken – etwa die Frage nach der Magie, nach Leben und nach dem Ursprung der Elemente. Diese kann zum Beispiel das Fünfte Element des Aristoteles lösen.

 

 

 Addendum: Elementarismus bei DSA

Im DSA-Hintergrund wurde (meiner Ansicht nach) auf eher unelegante Weise versucht, die Fragen nach Leben, Tod und Magie einfach durch Einführung eines fünften, sechsten und hypothetischen siebten Elements zu lösen – die Magie-Geschichte ist dabei noch plausibel, aber Humus und Eis als Elemente von Leben und Tod/Stillstand sind eher inkonsistent, da es sich bei Eis nun einmal nur um Wasser mit einer verstärkten Ausprägung seiner sekundären Eigenschaft Kälte handelt. Offensichtlich wird das Problem durch die Resistenzen und Verwundbarkeiten: Eis und Feuer sind sich hier seltsamerweise nicht entgegengesetzt, obwohl sie für Hitze und Kälte stehen. Auch der Humus ist vom Konzept her als “belebte Erde” eher fragwürdig und scheint eine halbherzige Übernahme des Holzes aus dem daoistischen Elementarismus zu sein.

Interessantere Möglichkeiten hätte beispielsweise die Einführung von Ordnung und Chaos als y-Achsen des elementaren Koordinatensystems geboten, woraus sich ein elementarer Würfel (statt eines Hexagramms) ergeben hätte – und Leben beispielsweise könnte eine Meta-Eigenschaft des Nullpunkts interpretiert werden. Diese Idee werde ich eventuell für mein eigenes System weiter verfolgen, aber das gehört nicht mehr hierher…

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