Triakonta Fantasy – Aktueller Stand und Zukunft

Da ich in letzter Zeit wieder etwas vermehrt zur Arbeit an Triakonta komme (die Corona-Situation bremst alle Spielrunden gerade aus), gibt es hier einen aktuellen Statusbericht, zusammen mit einem Aufruf zur Mitarbeit am Lektorat.

 

Vergangenheit

Ursprünglich wollte ich mit Pandora als erste Veröffentlichung der Triakonta-Regeln das Setting einer mythischen Antike bedienen. In dieser Welt haben wir über Jahre und viele Versionen testgepielt, zuletzt habe ich mich aber entschieden, Pandora vorerst nicht zu publizieren. Ein Hauptgrund dafür war, dass ich für das Setting auch eine adäquate und relativ ausführliche Hintergrundbeschreibung wollte, die aber letztlich aus Zeitmangel nicht in einer befriedigenden Form zustande kam. Die Pandora-Regeln waren dafür zuletzt ziemlich vollständig, inklusive einem Charakter- und Monster-Editor (per Excel), Mechanismen für göttliche Anrufungen (als Alternative zur klassischen Fantasy-Magie), einem Alchimie-System und so weiter. In der Pipeline standen noch Projekte wie Schlachtenregeln, die Verwaltung einer eigenen Polis und das Spiel mit einer Schiffsmannschaft (inklusive einfacher Mechaniken für den Seekampf) im Stil der Argonauten-Sage.

Dann kam durch persönliche Umstände der Fokus auf Splittermond. Wir wollten eine neue Runde mit neuen Mitspielern starten, und da die zuvor pen&paper-technisch unbeleckt waren, entschieden wir uns für ein System, zu dem es bereits viel Material gab, das man den Leuten an die Hand geben kann. Nach einigen Sitzungen kam ein gewisser Verdruss über die Splittermond-Regeln auf; eine oft für unsere Ansprüche zu abstrakte, spielweltferne Verregelung wichtiger Bereiche, die passive Abwehr, die inzwischen durchaus auch vorhandene Unübersichtlichkeit des Materials über verschiedene Bände verteilt und so weiter. Es entstand Anfang dieses Jahres also die fixe Idee, Lorakis als Setting von Splittermond für das Triakonta-System zu adaptieren. In (im Nachhinhein beeindruckend) kurzer Zeit konvertierten wir unter anderem das Magiesystem und die umfangreichen Waffenlisten, ergänzten die Vorteile und Fertigkeiten passend zum Setting und bauten einfache Regeln für die Darstellung der unterschiedlichen Spezies. Insbesondere das Magiesystem ist eine Erwähnung wert, da ich hier bereits Ideen testen konnte, die mir schon seit Jahren im Kopf rumspuken. 

Zuletzt war die Sache so weit gediehen, dass ich beim Verlag nach einer Veröffentlichungsmöglichkeit anfragte, allerdings eine Absage bekam, da man dort Lorakis ganz in eigener Hand behalten wollte.

 

Gegenwart

Durch diese Absage fasste ich den Entschluss, wieder einen Schritt in die ferne Vergangenheit zu gehen, wo ich Triakonta ursprünglich als „echtes Universalsystem“ (also mit sehr vielen mitgelieferten Anpassungsmöglichkeiten) publizieren wollte. Dagegen hatte ich mich damals aus mehreren Gründen entschieden, unter anderem deshalb, weil die vielen möglichen Optionalregeln und Regelvarianten für einen Einsteiger wohl ziemlich undurchschaubar gewesen wären und man sowohl eine gute Kenntnis des Systems wie auch der Anpassungsmöglichkeiten desselben an das gewünschte Setting benötigt hätte, um damit was anzufangen – ein einfaches Losspielen wäre kaum möglich gewesen. Daraus entstand der Fokus auf Pandora als einem speziellen Hintergrund, für den die „T-Engine“ dann optimiert wurde, und zum Rest siehe oben.

Über die Jahre und internen Editionen hat Triakonta umfassende Veränderungen erfahren. Viele Entschlackungen, Streamlining, Fokus auf das Wesentliche des von mir präferierten Stils eines klassischen Rollenspiels. Ein völlig universales Universalsystem, das Space Opera genauso gut darstellen kann wie Dungeoncrawling, viktorianisches Detektivspiel oder eine historische Piratenkampagne, wird bzw. kann es nicht auf dem Niveau (und dem Anspruch an den Spielwelt-Regel-Realismus) geben, das ich gerne hätte – oder es wäre unpraktisch umfangreich, wie meine ersten Triakonta-Versionen. Ich denke heute, dass es zumindest die Festlegung auf Grundpfeiler des bespielten Settings sowie des „Genres“ oder „Spielstils“ braucht, damit etwas wirklich Anwendbares rauskommt.

Was für Triakonta dabei rausgekommen ist (bzw. noch rauskommen soll), ist eine „generische Fantasy-Version“ des Regelsystems. Dieses wird in (voraussichtlich) drei Bücher unterteilt: 

  • Buch 1 enthält alle Profanregeln, die man gemeinhin so braucht, von den grundlegenden Regelmechaniken über vollständige Charaktererschaffung, ein elaboriertes Zustandssystem, Detailregeln wie Handwerk, Überleben oder soziale Konflikte, umfangreiche Kampfregeln und zu guter Letzt ein Ausrüstungskapitel sowie einen Anhang mit größeren Optionalregeln (z.B. Feuerwaffen oder Hinweise zur Konvertierung unterschiedlicher Settings).
  • Buch 2 wird Übernatürliches behandeln – neben magischen Charakteroptionen vor allem ein umfangreiches, ziemlich freies Magiesystem, Regeln für Alchimie, Wesensbeschwörung, Artefakterschaffung und so weiter.
  • Buch 3 schließlich wendet sich an Spielleiter und besteht vor allem aus einem ausführlichen Bestiarium, Kreaturenfähigkeiten, aber auch Zufallstabellen, einem abstrakten Beutesystem und generellen Spiel- und Leitungstips. Langfristig sollen da rein auch noch zusätzliche Bereiche wie Herrschaftsspiel oder Darstellung militärischer Konflikte. 

 

Zukunft – Lektoren gesucht

Stand heute ist Buch 1 zu etwa 3/4 fertig und umfasst ca 150 Seiten. Es fehlt noch eine Überarbeitung des Ausrüstungskapitels, der Vorteile sowie Anhänge, die aber keine Eile haben. Buch 2 und 3 sind noch nicht wirklich begonnen, hier kann ich aber jeweils auf umfangreiche Vorarbeiten aus Pandora und Triakonta Lorakis zurückgreifen. Aufgrund familiärer und beruflicher Umstände macht es für mich keinen Sinn, strenge Deadlines zu setzen, das würde nur für Frust sorgen.

Was ich aber gerne in absehbarer Zeit angehen würde, ist ein erstes wirklich externes Lektorat – und hier kommt ihr ins Spiel. Wie schon vor langer Zeit angekündigt, möchte ich die Betaversion der Triakonta-Regeln gerne von Leuten testlesen (und idealerweise -spielen) lassen, die bisher gar nichts damit (oder mit meinen Spielrunden) zu tun hatten. Meine Ansprüche an potentielle Lektoren sind dabei in erster Linie eine gute Beherrschung der deutschen Sprache sowie Zeit, Lust und Motivation, um Triakonta Fantasy – Buch 1 auf interne Konsistenz, Fehler, Optimierungsbedarf und so weiter zu prüfen.

Es wird dabei keine engen Terminvorgaben geben und ich bin für jedes Feedback dankbar. Was ihr allerdings nicht erwarten dürft ist, dass ich zeitnah auf jede Anmerkung zurückschreibe. Stattdessen wäre mein Plan, die Kritik aus dem Lektorat (soweit sinnvoll) öffentlich auf dem Blog zu diskutieren, da könnten vielleicht auch andere Interessierte oder Designer etwas davon haben. Individueller Austausch wird sicher ebenfalls stattfinden, diesen kann ich aus Zeitgründen aber nicht priorisieren.

Schlussendlich muss auch noch gesagt werden, dass das Manuskript kein Layoutwunder oder Augenschmaus ist. Ich arbeite mit Word, und es gibt bislang keine Illustrationen darin. Was ihr also zum Bearbeiten bekommt, wird ein ca. 150 Seiten umfassendes schwarz-weiß-PDF sein, in einer Formatierung, wie es Word eben relativ einfach zulässt (d.h. mit verlinktem Inhaltsverzeichnis, Spalten, verschiedenen Überschriftebenen, Kästen etc.).

Wenn ihr also Interesse habt (voraussichtlicher Start in den nächsten Wochen), dann schreibt mir eine Mail an rpgnosis ät web punkt de, gerne mit einer kurzen Vorstellung eurerseits, welche Systeme ihr (gut) kennt, wieviel Zeit und Optionen bis hin zu Spieltests ihr dafür investieren wollt et cetera. Ich werde versuchen, zeitnah zu antworten und wie gesagt in absehbarer Zukunft einen Folgepost hier zu veröffentlichen, der die Vorgehensweise des Lektorats konkretisiert.

Über die Jahre habe ich hier über den Blog schon eine ganze Reihe von Anfragen zum Testlesen bekommen, die ich alle auf später vertrösten musste – jetzt wäre es also so weit, dass die erste Version von Triakonta in die geschlossene Öffentlichkeit kommt.

 

In diesem Sinn: fröhliches Spielen und danke schon im Voraus für Eure Unterstützung und Interesse!

Ein Kommentar zu “Triakonta Fantasy – Aktueller Stand und Zukunft

  1. […] diesem Beitrag möchte ich das geplante Lektorat für Triakonta Fantasy – Buch 1 (Profanregeln) kurz explizieren. Erste Anfragen haben mich erreicht, aber es kann jeder gerne auch noch zu einem […]

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